Windows Store: Nutzer kritisieren Microsofts Vorgehen gegen Fake-Apps

Windows Store

Microsoft hat innerhalb von rund drei Monaten 1.500 sogenannte Fake-Apps aus dem Windows Store entfernt. Das klingt erst einmal viel, aber weiterhin enthält der Store viele fragwürdige App-Titel. Nutzer kritisieren das halbherzige Vorgehen von Microsoft.

Sie nerven und stören: Fake-Apps. Vor allem im Windows Store und auch im Windows Phone Store ist Microsoft dagegen vorgegangen und hat einige solcher Fake-Apps entfernt. Dabei handelt es sich um Einträge, die etwa die Bezeichnungen bekannter Apps kopieren und die Nutzer so in die Irre führen. Beispiele hierfür sind VLC, Youtube, Firefox, iTunes oder Ähnliches. Die Fake-Apps kosten oftmals Geld – die eigentlichen Originale sind hingegen kostenlos zu bekommen.

Mitte Mai 2014 hatte Microsoft verkündet, gegen derartige Fake-Apps vorgehen zu wollen. In den vergangenen drei Monaten hat Microsoft nun nach eigener Aussage 1.500 solcher Apps aus dem Windows Store entfernt. Allerdings kritisieren Nutzer, dass weiterhin viele Einträge im Windows Store vorhanden sind, die Markennamen und Logos anderer Apps verwenden. Eine exemplarische Suche nach Youtube veranschaulicht das existierende Problem.

Käufer von Fake-Apps bekommen Geld zurück

Wer sich eine Fake-App gekauft hat, kann sich an den Microsoft-Support wenden und soll das Geld zurückerhalten. Für die Käufer einer Fake-App könnte es schwierig sein zu erkennen, ob sie zu den Betroffenen zählen. Microsoft hat keine Liste der 1.500 entfernten Apps veröffentlicht, die Betroffenen helfen könnte. Es ist nicht bekannt, ob Microsoft die Käufer der betreffenden Produkte direkt informiert.

Unter Microsofts aktuellem Blog-Posting zur Löschaktion bemängeln Nutzer ein halbherziges Vorgehen gegen Fake-Apps. Sie berichten, dass Microsoft vielfach nicht angemessen auf gemeldete Verstöße reagieren würde. Wenn Microsoft auf Fake-Apps hingewiesen werde, erhalten sie die Antwort, sich an den App-Entwickler zu wenden. Der Hüter des Windows Stores selbst wird erst einmal nicht aktiv.

Microsofts Dilemma

Microsofts Dilemma ist weiterhin offensichtlich. Einerseits möchte Microsoft, dass sowohl im Windows Store als auch im Windows Phone Store möglichst viele App-Titel aufgelistet sind. Auf der anderen Seite sorgen Fake-Apps dafür, dass der Store unnötig unübersichtlich ist und eine Vielfalt vorgaukelt, die nicht gegeben ist. Das könnte das bisher zögerlich erscheinende Vorgehen von Microsoft erklären. Der Hersteller will die Menge der Einträge im Windows Store offenbar nicht zu sehr verringern.

Ein Kommentator fasst das Problem zusammen: Er unterstellt Microsoft, dass das Unternehmen bis Mai 2014 mit Freude und Begeisterung solche Fake-Apps durchgewunken habe. Falls das nicht stimme, sei es ein Indiz für eine bisherige fahrlässige Prüfung der App-Einreichungen.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob Microsoft nun entschiedener gegen Fake-Apps im Windows Store vorgeht. Es wäre zu wünschen, denn unterm Strich werden es die Kunden des Stores zu schätzen wissen, wenn Suchergebnisse die passenden Treffer liefern. Derzeit ist es bei populären Apps noch immer so, dass bei einer Suche danach stattdessen Produkte mit zweifelhaftem Nutzen erscheinen.

 

Original-Artikel:

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